Hinter dem Namen Meyer-Näkel …

Der Name unseres Weinguts geht auf die Heirat unserer Großeltern Paula Meyer und Willibald Näkel im Jahr 1950 zurück. Sie bewirtschafteten zwar nur 1,5 Hektar, konnten sich aber trotzdem einen Namen machen, weil Willibald mit dem trockenen Ausbau von Rotweinen damals absolute Pionierarbeit leistete.

In den Nachkriegsjahren – und noch Jahrzehnte später – hatte deutscher Wein ganz einfach süß zu sein. Vor allem auch der Rotwein. Was heute nur schwer verständlich erscheint, entsprach damals dem Zeitgeist. Und es half ganz nebenbei, die oft mangelhafte Reife zu kaschieren.

Unser Großvater hatte sich in den Kopf gesetzt, mit trockenen Weinen gegen den Strom zu schwimmen. 1982 übernahm dann unser Vater Werner als Quereinsteiger und Autodidakt das Gut – eigentlich war er Gymnasiallehrer für Sport und Mathematik – und trieb diese Idee weiter voran. Bekanntermaßen mit immensem Erfolg. Durch kompromisslosen Qualitätsanspruch gelang es ihm, einen völlig neuen Spätburgunderstil an der Ahr zu etablieren und schon Ende der 80er-Jahre galt er als eine der bedeutendsten deutschen Winzerpersönlichkeiten.

Wir sind ganz selbstverständlich in unser Familienweingut hineingewachsen. Uns beiden hat sich auch nie die Frage gestellt, ob wir etwas anderes werden wollen als Winzerinnen.

Dörte Näkel,

 

… stehen heute zwei Schwestern

Gemeinsam mit unserer Mutter Claudia baute er unser Weingutsukzessive zur heutigen Größe aus und engagierte sich in zahlreichen anderen Initiativen und Projekten. Neben all dem kümmerte er sich schon sehr früh darum, dass seine beiden Töchter – sprich wir: Meike und Dörte – in die großen Fußstapfen hineinwachsen konnten.

Und so absolvierten wir beide zunächst eine Winzerausbildung sowie anschließend ein Weinbau-Studium in Geisenheim und übernahmen dann Schritt für Schritt die Aufgaben im Betrieb. Heute lässt uns unser Vater völlig freie Hand – steht uns aber nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. Reibungsloser kann ein Generationswechsel gar nicht von statten gehen.

Auf unsere Weise machen wir heute genau mit dem weiter, was unserem Vater immer am Herzen lag – und liegt: Die wunderbaren Terroirs unserer Steillagen an der Ahr in mineralischen und fruchtbetonten Weinen erfahrbar zu machen. Dazu braucht es viel Sorgfalt im Weinberg und reduzierte Erträge, die von Hand gelesen und streng selektiert werden. Das klappt nur mit einem wirklich engagierten Team. Im Keller geht es dann ausschließlich darum, diese hohe Qualität durch eine behutsame Arbeitsweise zu bewahren.

Es wäre ja langweilig, wenn wir immer der gleichen Meinung wären. Wir einigen uns aber immer auf eine gemeinsame Lösung. Und die ist dann aus zwei unterschiedlichen Perspektiven durchdacht.

Meike Näkel,